Wirkung von Hypnose

Die Wirkung der Hypnose basiert in weiten Teilen darauf, dass Unbewusstes angesprochen, aktiviert und verändert wird. Das Unbewusste ist ein Teil unserer Persönlichkeit, der nicht an die Oberfläche gelangt, weil dem Verdrängungsreaktionen (eigentlich: Abwehrreaktionen) entgegenstehen. Unbewusstes wirkt aber sehr stark und beeinflusst in hohem Maße unser Handeln.

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Die Hypnose kann freilich noch mehr als mit unterbewussten Inhalten und Motiven arbeiten. Sie verschafft den Klienten auch die Möglichkeit, Motive zu bearbeiten, die ihnen durchaus bewusst sind. Das wäre etwa bei der Rauchertherapie der Fall. Diesen Personen ist schließlich durchaus bewusst, dass sie süchtig sind, sie wollen mithilfe der Hypnose etwas daran ändern.

Wie wirkt Hypnose?

Durch die Einleitung der Trance und die Einschränkung des Wachbewusstseins übt dieses keine Kritik mehr an den gegebenen Suggestionen. Der Hypnotiseur kann daraufhin an das Unterbewusstsein Informationen und Anweisungen übergeben, die der Klient im Trancezustand als wahr (Information) und normal (Anweisung) akzeptiert.

Übrigens ist Hypnose beileibe kein seltener Extremzustand, der nur bei einem Hypnotiseur erreicht werden kann. Jeder von uns hat schon einmal gedankenverloren hinausgeschaut und anschließend festgestellt, dass er etwas nicht mitbekam und dass vor allem die Zeit sehr schnell verging. Diese Art von Wachtraum ähnelt sehr den hypnotischen Zuständen. Das Bewusstsein ist bei Wachträumen stark eingeschränkt, Unbewusstes hingegen zeigt sich mit wirklichkeitsgetreuen Visionen.

Auch morgendliche Träume können in diese Kategorie gehören. Wenn wir am Morgen intensiv träumen und uns aufgrund angenehmer Bilder gegen das Erwachen wehren, entspricht dieser Übergang vom Schlafen zum Wachbewusstsein einem hypnotischen Zustand.

Wie kann der Hypnotiseur Unbewusstes erreichen?


Der Hypnotiseur leitet eine sogenannte hypnotische Trance ein, für die er direkte oder indirekte Methoden anwenden kann. In beiden Fällen wird er zunächst das Bewusstsein mit Tätigkeiten beschäftigen, die wenig Aufmerksamkeit erfordern. Das schaltet das kritische Bewusstsein aus, Unbewusstes kann nun direkt angesprochen werden.

Für die hypnotische Trance sind Sicherheit und Geborgenheit erforderlich. Die Umgebung trägt dazu bei; manche Hypnotiseure verwenden Musik, auch monotone Wiederholungen wirken hypnotisierend. Der Proband sollte eine entspannte Körperhaltung einnehmen.
Die nötige Entspannung kann suggeriert und auch direkt durch eine progressive Muskelentspannung herbeigeführt werden.

Eine weitere Möglichkeit ist eine zu unbewusst ablaufenden Prozessen wie der Atmung oder dem Lidschlag parallel ablaufende Suggestion (Pacing and Leading). Sehr bekannt ist die Technik des Abwärtszählens, wobei mit jeder tieferen Zahl (Stufe) die Suggestion tiefer wird, bis bei 0 die hypnotische Trance erreicht ist. Viele Hypnotiseure kombinieren solche Techniken. Die direkte Suggestion verwendet eher befehlsähnliche Suggestionen, die indirekte Tranceinduktion nutzt Sprachmuster mit erlaubendem/ gewährendem Charakter.

Wenn die Trance erreicht ist, kann der Hypnotiseur Unbewusstes ansprechen, das bewusste Ziele sabotiert (wie bei dem Raucher, der eigentlich aufhören will, aber unbewusst seine Gesundheit untergräbt). Das funktioniert sehr gut und wurde inzwischen auch durch Kernspintomographie und Elektroenzephalographie nachgewiesen; die Hirnphysiologie reagiert auf die Trance.

Es lassen sich im Rahmen einer Hypnotherapie Suchtkrankheiten, Depressionen, Sprech- und Schlafstörungen behandeln, sie hilft bei der Steigerung des Selbstwertgefühls, beim Abnehmen und beim generellen Stressabbau. Chronische Schmerzen lassen sich durch Hypnose in Kombination mit einem verhaltenstherapeutischen Programm deutlich lindern. Die hypnotische Trance wird ebenfalls durch Suggestionen wieder aufgelöst.

Eine bekannte Methode ist das Aufwärtszählen, es gibt etliche weitere Verfahren. Die Trance kann sich auch von selbst und spontan auflösen, beispielsweise durch starke Reize von außen, wie z.B. Lärm. Der Hypnotiseur nimmt dann meistens eine Nachbearbeitung vor,ansonsten drohen möglicherweise Kopfschmerzen.

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